| Wir haben un nun nach längerer Wartezeit doch noch dazu entschlossen, die Intensity Karten offiziell ins Programm aufzunehmen.
Bereits seit 2006 haben wir mit der Blackmagic-Design Intensity PCiex Karte Erfahrungen sammeln können und sie in bestimmten Bereichen auch empfohlen. Die auf der NAB 2007 (wir berichteten) angekündigte Pro Version mit zusätzlichen analogen Ein/Ausgängen hat die Anwendungsmöglichkeiten der Karte noch erweitert.
Die Karte glänzt in der Produktbeschreibung mit allem, was sich Kunden wünschen: Full-HD, höchste Qualität und HDMI Anschluss - noch dazu zu einem kleinen Preis. Gerade der geringe Preis macht die Lösung für viele Anwender interessant, doch die werden bei der Anwendung der Karte dann oft enttäuscht.
Die Stärken der Karte sind, dass man für einen recht geringen Betrag umfangreiche Ein- und Ausgänge erhält. Keine andere Schnittkarte liefert hier mehr Anschluss fürs Geld. Und interessant wird es dort, wo ich mit möglichst wenig Geld auf eine möglichst professionelle, gut funktionierende Lösung komme.
Doch da fängt das Problem an. So schön es ist, unkomprimiertes HDMI aufnehmen zu können, so groß ist auch der Aufwand am PC mit den Datenmengen klar zu kommen. Sprich, wenn ich nun z.B. unter Adobe Premiere Pro CS3 (das ist die Schnittsoftware mit der die Karte unter Windows kompatibel ist) von einer AVCHD Kamera mein Videomaterial über HDMI "in bester Qualität" einlese, dann brauche ich plötzlich statt den bisher ca. 2MB pro Sekunde etwa 100MB/s. Dazu benötigt man dann wiederum einen extrem leistungsfähigen, sauber konfigurierten PC samt Raid, um diese Datenmengen verarbeiten zu können. Nun mag manch einer widersprechen und sagen, dass man ja auch eine bessere Videoqualität erhält, weil die Daten unkomprimiert sind. Das stimmt auch - aber nur, wenn ich eine Liveaufnahme der Kamera abgreife und die Rohdaten nachher noch auswendig optimiere. Habe ich mit der Kamera aber normal gefilmt und will nun die Daten einspielen, dann erhalte ich bestenfalls die Qualität, die ich in Dateiform vorliegen habe - benötige aber den 50-fachen Speicherplatz (beim Beispiel AVCHD). Das ist extrem praxisfern. Nun mag wieder jemand sagen, die Karte bietet aber auch einen codec zum Komprimieren an. Das ist halbwegs korrekt - die Fa. Blackmagic Design liefert einen Software M-JPEG codec mit, der auf Einzelbild Basis ähnlich wie DV (nur hochauflösend) komprimiert. Dieser codec ist im Vergleich zu anderen Codecs im Markt aber weder besonders gut, noch besonders schnell und die Qualität des Materials wird dadurch verschlechtert. Hinzukommt auch noch, dass wenn ich über HDMI oder YUV überspiele, dass mit die Gerätesteuerung und Szenenerkennung fehlt. Kurz und gut: Das, was man bei Blackmagic Design bewirbt, nämlich die Intensity Pro als Ergänzung für kleine AVCHD Camcorder ist unserer Meinung nach praxisfremd.
Interessanter ist es hingegen, wenn ich in SD arbeite. Hier sind die unkomprimierten Daten von der Menge her gut zu verarbeiten (ca. 20MB/s). Für Betacam SP und ähnliche Formate wäre es also interessant. Doch hier fehlt dann wieder um der professionelle Audioteil, da die Intensity Pro weder XLR noch symmetrische Eingänge bietet und auch die RS-422 Schnittstelle fehlt.
Somit bleibt auf der Eingangsseite die Karte eigentlich nur für diejenigen Interessant, die spezielle Capturelösungen benötigen (auch wenn es auch hier bessere
Lösungen mit zusätzlich VGA Eingang und hochwertigem Hardwarecodec gibt, wie z.B. die canopus Pegasus für 849.-EUR). Aber preislich ist die Karte hier ja definitiv interessant.
Aus der Ausgangsseite hat die Karte aber nun weit weniger Probleme. Durch das Premiere Pro (und After Effects/Photoshop) Plug-in erhält man ein Vorschaubild über die Ausgänge der Karte. Das funktioniert und ist um Längen besser, als das, was Grafikkarten hier so leisten. Aber auch hier gibt es nachvollziehbare Einschränkungen. So ist das Plug-in nur mittelmäßig stabil und beim Bearbeiten umfangreicherer Projekte kann es zu Abstürzen kommen. Gleichzeitig kann man im Unterschied zu z.B. einer Matrox RT.X2 Schnittkarte mit vollwertigem Plug-in und hervorragender Integration in Premiere Pro auf keinerlei Beschleunigung hoffen, es wird eher langsamer. Ein Effekt, den man von einer Schnittkarte ja eigentlich nicht erwartet.
Als Fazit kann man feststellen: Für wenig Geld bekommt man eine Menge Funktionalität, aber keine wirklich runde Lösung. Für die Allgemeinheit würden wir die Karten nicht empfehlen, aber für bestimmte Einsatzgebiete ist sie sinnvoll und gut.
WICHTIGE NEUERUNG im November 2009:
Durch die neue, nun verfügbare Premiere Pro CS4.2 Version (kostenlkoses 4.2.0 Update für die CS4 Version) erhält man nun eine sehr gute Unterstützung der Blackmagic Design Schnittkarten und somit auch der Intensity Pro.
Neben der Verbesserung der Plug-in Schnittstelle, die nun endlich ein problemloses Arbeiten ermöglichen soll, unterstützt die Intensity Pro nun auch den DVCPro HD und DVCProHD codec zur komprimierten Aufnahme. Diese codecs sind qualitativ recht gut und vor allem sehr Platzsparend. Der einzige Nachteil: der DVXPro HD codec unterstützt nur 1440x1080i, nicht aber Full-HD. Dennoch ist das ein mächtiger Schritt nach vorn.
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